Elternentfremdung tut weh – Kinder und Eltern leiden gleichermaßen unter Trennungen

1. März 2010 at 10:13 | In Die Kleinen betreffend, Mamas betreffend, Papas betreffend | 5 Kommentare
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Unter Freunden haben wir einen Spruch geprägt: Das erste Elternjahr sprengt die Beziehung – oder sie hält ewig. Zum Glück erlebe ich unter den Getrennten immer noch Kooperation in Bezug auf die gemeinsamen Kinder. Man teilt sich die Aufgaben, so gut es eben geht. Ich habe aber auch erleben müssen, welche lähmenden und erdrückenden Folgen der vollständige Entzug des Umgangs mit dem eigenen Kind für einen Elternteil haben kann: Eltern-Kind-Entfremdung kann ganze Leben zerstören.

Wie ein Ballon flog mir die Wahrheit davon. Zurück blieben Trauer und Verwirrung.

Abschied Trauer Kind © flickr.com / h.koppdelaney

Das Eltern-Kind-Entfremdungs-Syndrom
Eltern-Kind-Entfremdung bezeichnet den Kindesentzug durch den betreuenden Elternteil. Oft wird bei vorliegendem Eltern-Kind-Entfremdungssyndrom (engl. PAS für Patential Alienating Syndrom) der dem Anderen zustehende Umgang mit den Kindern vereitelt, indem vorgegeben wird, das Kind sei krank. Auch Erzieher in KiTas oder Lehrer in Schulen werden demnach durch den entfremdenden Elternteil polarisierend auf die eigene Seite gezogen, indem üble Nachrede gehalten wird.Vor allem aber wird dem Kind der Eindruck vermittelt, der andere Elternteil sei “schlecht” oder liebe das Kind nicht. Das Kind entwickelt dadurch schließlich eine eigene Abneigung gegen den entfremdeten Elternteil.

Eltern-Kind-Entfremdung ist eine Krankheit, die sich fortpflanzt

Die Entfremdung des Kindes von einem Elternteil findet sich häufig bei psychisch belasteten Elternteilen, bei dem Persönlichkeitsstörungen wie Borderline oder ähnliches vorliegen. Die Elternentfremdung führt dann ebenfalls zu Persönlichkeitsentwicklungsstörungen der Kinder: In einer Studie von Dr. W. Andritzky hieß es, über 70% der von einem Elternteil entfremdeten Kinder sei in langer Folge ebenfalls an Boderline und anderen Persönlichkeitsstörungen erkrankt. Meistens sind es dabei die Mütter, bei denen das Kind verbleibt, weshalb 88% der nach einem Artikel der Süddeutschen Zeitung untersuchten entfremdeten Elternteile Väter sind.

Entfremdung: Eltern zerbrechen, Kinder auch

Wenn Eltern sich trennen, haben sie meistens gute Gründe. Nicht nachvollziehbar ist aber, wenn Eltern einen persönlichen Trennungskrieg zu Lasten ihrer hilflosen Kinder führen. Zu oft werden Väter nach einer Trennung weiter verteufelt, obwohl sie nur “anders” handeln als die Mutter. Die Kinder leiden, wenn sie nicht mehr lieben dürfen, ebenso wie der entfremdete Elternteil, der ohne sein Kind allein bleibt und oft an Depressionen, psychischer Lähmung und sozialer Vereinsamung leidet. Eine vom Kind geliebte Person zu zerstören, darf nicht gängige Praxis sein, um das eigene Ego zu befriedigen. In der Verantwortung für ein Kind liegt vor allem eben auch: die eigenen Bedürfnisse hinten an zu stellen!

5 Kommentare

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  1. Auch ich bin seit vier Jahren davon betroffen. Von Heute auf Morgen hat meine Ex den Umgang mit mir verhindert obwohl ich mir dieses Umgangsrecht von den Gerichten ( AG Recklinghausen und OLG Hamm ) zugesprochen wurde. Die Spezialisten vom Jugendamt blieben untätig. Jetzt hat ein Gutachten ergeben, dass die liebe Kindesmutter die schwerste Form von PAS bei unserem Kind bewusst ausgelöst hat. Mein Sohn ( damals 10 Jahre ) hat am 21.12.2010 der zuständigen Richterin erklärt, dass er, wenn der Papa nicht endlich mit dem Klagen auf Umgang, aufhöre, er ihn selber töten will. Er ist immer noch bei der PASenden Mama. Keine hilft ihm.
    http://entfremdet.yooco.de

    KV Heinz Hövelmann

       Heinz Hövelmann — 5. Juni 2011 #

  2. Induzierte Elternteilentfremdung und Umgangsboykott
    als grobe Verletzung der Fürsorge – oder Erziehungspflicht im Sinne des § 170 d StGB

    Hier Nachzulesen:
    http://www.vaeter-aktuell.de/PAS/krichelsdorf_elternentfremdung.htm

    Da stellt sich mir die Frage:
    Warum unternimmt niemand was??? Es handelt sich um Straftaten!!!!!!!!

    KV Keinz Hövelmann

       Heinz Hövelmann — 5. Juni 2011 #

  3. Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich möchte Sie darauf hinweisen, dass die Verdindung Elternentfremdung und psychische Krankheiten, die Beteiligten / Betroffenen noch mehr verletzen können. Wer sich gekonnt und wissenschaftlich intelligent mit der Materie Psychiatrie befasst, wird in Erfahrung bringen, dass hier Fachleute Geld und Macht verdienen anhand der Misere (Elternentfremdung) Dritter (Klienten). Ich möchte gezielt darauf hinweisen, die Problematik Elternentfremdung mehr in Richtung falscher oder misslückter Pädagogik und Verletzung der Menschenrechte zu sehen (Gewalt). Eine ‘Zusammenarbeit’ mit Psychiatrie (hier wird Gewalt verschwiegen oder unzureichend ernstgenommen) ist Verletzung der Menschenrechte. Es hat mitunter noch Züge aus vergangenen Diktaturen. Eine Meinung über Psychiatrie können sich deshalb nur Psychiatrie Erfahrene und nicht mehr Abhängige (Psychiatry Survivors) erlauben und reflektieren. Dazu brauch es allerdings ein gewisses Mass an Zivilcourage und ein über den Tellerrand schauen.

    Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

    S. Knowles
    Studentin Soziale Arbeit und Gesundheit (BAEB).

       Stephanie Knowles — 6. Juli 2011 #

  4. Vielen Dank Frau Knowles für Ihre äußerst interessanten Ergänzungen.

       franci — 7. Juli 2011 #

  5. Also ich habe mich etwas intensiver mit dem Begriff der Persönlichkeitsentwicklungsstörung beschäftigt. Über die Ursachen zu spekulieren finde ich wenig hilfreich. Besser ist es Ansätze zu entwickeln wie man den Betroffenen helfen kann. Meiner Meinung nach ein gutes Buch zu diesem Thema stellt das von Adam und Breithautpt-Peters dar. Eine Rezension dieses Buches findet sich hier http://www.legasthenietherapie-info.de/news-579.html Viele Liebe Grüße B. Richter

       Beatrice Richter — 24. April 2012 #

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